Neue Richtlinien im internationalen Zahlungsverkehr.

SEPA - Single Euro Payments Area

SEPA - Änderungen im Zahlungsverkehr
SEPA

Am 1. August 2014 trat die sogenannte SEPA-Migrationsverordnung in Kraft, die den bargeldlosen, europäischen und innerdeutschen Zahlungsverkehr verändern wird. Die Abkürzung SEPA steht für "Single Euro Payments Area", übersetzt: einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Die gewohnten Angaben über Kontonummern und Bankleitzahlen werden ersetzt durch die IBAN und BIC. Das neue Verfahren gilt in allen Staaten der EU und zusätzlich in Norwegen, Island, der Schweiz, Liechtenstein und Monaco.


Keine Angst, es klingt verwirrender, als es in Wirklichkeit ist. Die IBAN (International Bank Account Number = Internationale Bankkonto-Nummer) fasst die zehnstellige Kontonummer und die achtstellige Bankleitzahl zusammen. Hinzu kommen noch der Ländercode - DE für Deutschland - sowie eine zweistellige Prüfziffer. BIC ist die Abkürzung für "Business Identifier Code" und bezeichnet die internationale Bankleitzahl, anhand derer jedes Institut weltweit zu identifizieren ist. Die meisten Banken in Deutschland geben IBAN und BIC bereits seit Jahren auf jedem Kontoauszug und auch auf neueren Bankkarten an.

SEPA für Privatkunden: Keine fehlerhaften Überweisungen mehr

Für Privatkunden ändert sich nicht sehr viel, außer dass sie auf ihren Überweisungsformularen mehr Kästchen ausfüllen müssen. In Deutschland sind es dann insgesamt 22 Stellen - Länderkürzel, Prüfziffern, Bankleitzahl und Kontonummer. Die Prüfziffern sorgen dafür, dass der Bankkunde bei einem Zahlendreher bzw. einer falschen Eingabe sofort eine Fehlermeldung bekommt. Eine fehlerhafte Überweisung von einem Girokonto zum anderen ist somit ausgeschlossen.

Aufwendige Umstellung für Unternehmen und Vereine

Für Unternehmen und vor allem für Vereine, die hauptsächlich mit Lastschriftverfahren für ihre Mitgliedsbeiträge arbeiten, wird der Prozess der Umstellung aufwändiger, z.B. müssen Geschäftspapiere neu gedruckt werden. Vereine benötigen von allen Mitgliedern ein sogenanntes SEPA-Lastschriftmandat, mit dem die Erlaubnis für die Einziehung der Beiträge erteilt wird. Ansonsten können die Beiträge ab Februar 2014 nicht mehr eingezogen werden. Je nach Größe und Mitgliederzahl kommt auf Vereine deshalb eine Menge Arbeit zu, die so bald wie möglich angegangen werden sollte, wenn nicht bereits geschehen.

Schneller, sicherer und günstiger überweisen

Der Otto-Normal-Kunde braucht durch die Umstellung keine Nachteile zu fürchten. Im Gegenteil: Auslandsüberweisungen beispielsweise werden deutlich billiger und wesentlich schneller abgewickelt. Darüber hinaus wird die internationale Akzeptanz von normalen Bankkarten ansteigen und außerdem ein einheitlicher europäischer Sicherheitsstandard möglich. Gleiches gilt natürlich für Unternehmenskonten. Ist die Umstellung erst einmal abgeschlossen, bringt das SEPA-Verfahren einige Vorteile. Die Kosten sinken deutlich. Offizielle Stellen in der EU gehen von Einsparungen in einer Höhe von 123 Milliarden Euro aus - eine gewaltige Summe. Hinzu kommt eine absolute Planungssicherheit, da Überweisungen bzw. Lastschriften innerhalb eines Werktages abgewickelt werden müssen. So kann jederzeit für eine ausreichende Kontodeckung gesorgt werden.

Fazit

Der Start des SEPA-Verfahrens wird vielleicht etwas holperig. Aber wer sich noch an die Umstellung auf die fünfstelligen Postleitzahlen erinnert, weiß, dass sich das Thema schnell erledigt hat.

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