Dispo loswerden - Schritt für Schritt

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Sie nutzen Ihren Dispokredit regelmäßig, vielleicht sogar schon über einen längeren Zeitraum? Das ist teuer und höchst gefährlich. Denn auch wenn die Bank bisher gut an Ihnen verdient hat, könnte sie irgendwann den Dispokredit kündigen und Sie müssen alles sofort zurückzahlen. Viele Menschen hat es dadurch schon in die Insolvenz getrieben. Lesen Sie hier, wie Sie den teuren Dispo los werden, bevor es Ärger gibt

Teil 1: Zinskosten für Dispo reduzieren | Teil 2: Leben ohne Dispo | Beispiel: Dispo-Nutzung im Alltag

Schufa-Einträge

Warum es Sinn mach jetzt den Dispo auszugleichen:

Erstes Ziel: Zinskosten für Dispo reduzieren

Höchste Priorität hat die Reduzierung der Zinskosten für den Dispokredit. Umschulden, Ablösen oder Ausgleichen sind die Zauberwörter. Hierbei wird ein teuerer Dispokredit einfach durch einen günstigeren Kredit ersetzt. Abruf- und Rahmenkredite bzw. Ratenkredite eignen sich besonders zum Dispo ausgleichen.

  1. Schritt 1: Sparguthaben für die Tilgung einsetzen
  2. Schritt 2: Dispo-Konditionen in Erfahrung bringen
  3. Schritt 3: Alternativen zum Dispokredit recherchieren
  4. Schritt 4: bei Ihrer aktuellen Bank nach einer Zinssenkung fragen
  5. Schritt 5: Dispokredit ausgleichen und ablösen

Schritt 1: Sparguthaben für die Tilgung einsetzen

Die Tilgung eines Kredites mit eigenen Sparguthaben ist immer dann sinnvoll, wenn die Zinsen für den Dispokredit höher sind als die Guthabenzinsen auf Ihrem Sparkonto. Freies Kapital auf Tagesgeld oder Festgeldkonten wird derzeit nur schlecht verzinst. Nutzen Sie es besser für die Tilgung Ihres Dispositionskredites. Das bringt deutlich mehr Rendite als auf dem Sparbuch.

Beispiel: Sie erhalten 1 % Zinsen auf 5.000 Euro Sparguthaben (= 50 Euro Zinsen im Jahr), zahlen aber 10 % Zinsen auf ihren 5.000 Euro Dispo (= 500 Euro im Jahr bei 365 Tagen Nutzung): Lösen Sie den Dispo ab, entfallen die Dispozinsen und Sie sparen statt zu zahlen.

Schritt 2: Dispo-Konditionen in Erfahrung bringen

I) Höhe der Dispozinsen

Die Höhe der Dispozinsen auf Ihrem Girokonto finden Sie auf Ihrem Kontoauszug, im Preisaushang Ihrer Bank oder im Online-Banking selbst. Optional erfragen Sie den Zinssatz in Ihrer Bankfiliale oder per Telefon. Lassen Sie sich auch gleich die Höhe des aktuell genutzten Disporahmen nennen. Welchen Zinssatz Baken im Schnitt verlagen sehen Sie in meinem Dispozinsen Vergleich.

II) Benötigter Kreditbetrag

Aus den roten Zahlen kommen Sie nur, wenn Sie den kompletten Dispo sofort vollständig ablösen. Welchen Betrag Sie hierfür benötigen, errechnen Sie so: Addieren Sie alle negativen Kontostände der vergangenen Monate und teilen Sie diese durch die Anzahl der Monate selbst. Den errechneten Betreg benötigen Sie mindestens für die Kredit-Ablösung.

Beispiel: Ihre Kontostände betragen im März -2.548 Euro; April -2.674 Euro; Mai -2.445 Euro; Juni -2.187 Euro und im Juli -2.628 Euro. Alle Beträge zusammen ergeben 12.482 Euro. Diesen Betrag teilen Sie durch die Anzahl der Monate. Hier also fünf (März bis Juli). Das Ergebnis ist 2.496,40 Euro. Im Schnitt sind Sie folglich mit rund 2.500 Euro monatlich im Dispo. Rechnen Sie als Puffer noch 500 Euro drauf und Sie sind mit 3.000 Euro auf der sicheren Seite.

Schritt 3: Dispo-Alternativen finden (PDF-Vorlage)

In diesem Schritt möchten wir eine weitere Senkung der Zinskosten durch Ausgleichen, Ablösen oder Umschulden erreichen. Alle drei Begriffe bedeuten das gleiche: Den einen Kredit (Ihren Dispokredit) durch einen günstigeren Kredit zu ersetzen. Im Beispiel zu Schritt 2 (II) unter „Erstes Ziel" weiter oben haben wir den notwendigen Kreditbetrag zur Dispo-Ablösung mit 3.000 Euro berechnet. Dieser Betrag ist nun der Ausgangspunkt für die folgende Vorgehensweise.

I) Familie oder Freunde fragen

Fragen Sie in Ihrer Familie oder bei guten Freunden nach einem zinslosen oder sehr günstigen Kredit für die Ablösung Ihres Dispo. Was ein günstiger Kreditzins ist, wissen Sie nach einem Blick in meinen Dispozins-Vergleich. Hier finden Sie immer die aktuellen Dispositionszinssätze der Banken. Wenn Sie sich nicht trauen, auch gut. Dann lassen Sie Punkt I) einfach aus.

Bevor Sie auf ihre Freunde oder Familienangehörigen zugehen, machen Sie sich bitte darüber Gedanken, wie Sie den geliehenen Betrag zurückzahlen wollen. Zum Beispiel monatlich 50 Euro oder mehr. Sagen Sie auch ganz ehrlich wozu Sie das Geld benötigen. Das kommt gut an und erhöht das Verständnis Ihres Gegenübers für Ihre Situation deutlich.

Meine Erfahrung: Kürzlich kam ich mit einem guten Freund bei einem Bier auf das Thema Kredite. Dabei erzählte er mir von seinem Autokredit und einer weiteren Finanzierungen für seine damalige Ex-Freundin. Beide Darlehen waren schon ein paar Jahre alt und damit natürlich zu hohen Zinsen abgeschlossen. Ich fand es sehr sympathisch, dass er so offen darüber sprach. Wir setzten uns zusammen, schauten die Unterlagen durch und fanden eine günstige Möglichkeit der Umschuldung. Jetzt spart er ein paar Hundert Euro im Jahr und kann das Geld zusätzlich für die Tilgung nutzen.

II) Im Internet nach Umschuldungskrediten suchen

Prüfen Sie Dispo Alternativen wie Rahmen- bzw. Abruf- oder Ratenkredite im Internet. Was ein ein Rahmen- oder Abrufkredit ist und wie er funktioniert, lesen Sie unterhalb der Tabelle in meinem Rahmenkredit-Vergleich. Ratenkredite sind Darlehen, die über eine feste Laufzeit geschlossen und monatlich in festen Raten zurückgezahlt werden. Der Zinssatz bleibt über die gesamte Laufzeit gleich. Der Vorteil an beiden Kreditformen ist, dass sie in der Regel immer günstiger sind als Dispositionskredite bei Girokonten.

Rahmenkredite haben bei der Dispo-Umschuldung einen weiteren Vorteil: Sie müssen ihn in regelmäßigen Raten zurückzahlen und werden nicht, wie bei einem Rahmenkredit dazu verleitet, erneut immer wieder auf das Kreditkonto zuzugreifen.

Der Ratenkredit ist für die Umschuldung eines Dispositionskredites am Besten geeignet, denn der Kreditzins ist noch etwas günstiger und der Kreditbetrag wird durch die regelmäßige Tilgung schnell kleiner. Die Versuchung, erneut einen Kreditbetrag vom Abrufkredit-Konto abzuheben wird unterbunden. Ratenkredite für eine Umschuldung finden Sie bspw. auf kredit-vergleich.net

Schritt 4: Reden Sie mit Ihrer Bank

Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Bank auf. Sprechen Sie mit einem Bankmitarbeiter und bitten Sie um die Senkung der Kreditzinsen für Ihren aktuellen Dispo. Vermitteln Sie ganz deutlich, dass Sie den Dispokredit ablösen möchten und dafür gegebenenfalls auch zu einer anderen Bank wechseln würden. Lassen Sie sich bei der Gelegenheit auch gleich ein Angebot für einen Umschuldungskredit erstellen.

Schritt 5: Rahmen- oder Ratenkredit beantragen und Dispo ausgleichen

Sie haben eine günstige Kredit-Alternative in Schritt 3 gefunden? Dann beantragen Sie den Kredit in diesem Schritt online oder in der Filiale. Drucken Sie den Antrag bei Online-Abschluss aus, unterschreiben Sie ihn und ab damit in die Post.

Sobald Ihnen die Bank den neuen Umschuldungskredit bestätigt und zur Verfügung stellt, überweisen Sie den benötigten Geldbetrag zur Ablösung auf Ihr Girokonto. Haben Sie sich für einen Ratenkredit entschieden, erfolgt die Auszahlung automatisch auf das Konto, welches Sie im Kreditantrag angegeben haben. Bestenfalls handelt es sich natürlich um das überzogene Girokonto.

Zweites Ziel: Leben ohne Dispokredit

Damit am Monatsende noch Geld übrig ist und Sie nicht auf den Dispositionskredit oder einen anderen Kredit zurückgreifen müssen, gilt es entweder die Einnahmen zu erhöhen oder die Ausgaben zu senken. Im Idealfall schaffen Sie beides.

  1. Schritt 1: Übersicht privater Ausgaben erstellen und prüfen
  2. Schritt 2: Unnötige, regelmäßige Ausgaben identifizieren und streichen
  3. Schritt 3: den alten Dispo kündigen / Girokonto wechseln
  4. Schritt 4: Dispo-Alternative zurückzahlen
  5. Optional: Einträge bei der Schufa prüfen

Einnahmen erhöhen

Höhere Einnahmen würden nicht unbedingt ihr Kredit-Problem lösen, wohl aber eine Voraussetzung für die Abschaffung bilden. Obgleich die Erhöhung der monatlichen Einkünfte nur schwer zu erreichen ist, sollten Sie darüber nachdenken. Sie könnten beispielsweise ihren Chef nach einer Gehaltserhöhung fragen oder sich für das Wochenende oder Abends einen Nebenjob suchen. Meine Ideen dazu:

Den Chef zu fragen kostet natürlich Überwindung. Ein Nebenjob kostet Zeit und starken Willen. Beides ist machbar. Ich kann verstehen, wenn Sie nichts von beidem für Sie infrage kommt. Dann allerdings bleibt Ihnen nur die Senkung Ihrer Ausgaben:

Ausgaben senken

Schritt 1: Übersicht privater Ausgaben erstellen und prüfen

Erstellen Sie eine Übersicht aller monatlichen Ausgaben. Bestenfalls über die Dauer eines Jahres. So finden Sie auch Kostenposten, die Sie sonst übersehen würden.

I) Ausgaben über Kontoauszüge ermitteln

Nehmen Sie sich zunächst Ihre Kontoauszüge der letzten drei Monate zur Hand und schreiben Sie auf, wofür Sie Geld ausgegeben haben und welche Abbuchungen erfolgt sind. Schauen Sie sich die Felder „Empfänger / Auftraggeber“ und „Verwendungszweck“ dafür genauer an und notieren Sie alles in einer Ausgaben-Liste (PDF). Barabhebungen erkennen Sie beispielsweise bei Sparkassen an der Buchungsart „GAA,Spk.Netz“. Die Einteilung in folgende Kategorien hat sich als sinnvoll erwiesen:

Hinweis: Für eine bessere Übersicht zahlen Sie möglichst immer mit EC-/Girocard und so wenig wie möglich in bar. Ausgaben sind so immer auf dem Kontoauszug zu sehen und können besser zugeordnet werden. Vergessen Sie bitte nicht, auch die Umsätze mit ihrer Kreditkarte zu überprüfen!

II) Barausgaben dokumentieren

Barausgaben fallen häufig und unregelmäßig an. Einsparmöglichkeiten sind schwer zu identifizieren. Notieren Sie sich mindestens einen Monat lang, wofür die das abgehobene Bargeld ausgeben. Dafür nutzen Sie am besten einen einfachen Zettel, den Sie in Ihrem Portmonee mit sich führen oder Sie tragen alle Ausgaben mit Datum in Ihr Smartphone ein. Übertragen Sie die Daten regelmäßig in Ihre Liste für die Barabhebungen.

Schritt 2: Unnötige, regelmäßige Ausgaben identifizieren und streichen

Welche der Ausgaben auf Ihren Kontoauszügen oder mit Bargeld auf Ihrer Liste sind nicht unbedingt nötig? Wo ergeben sich Einsparpotenziale? Streichen Sie wirklich unnötige, zusätzliche Ausgaben und sagen Sie auch mal „nein“ zum Kinobesuch, zum Coffee to go, zum Schokoriegel, zum Bier in der Kneipe usw..

Sie sollen jetzt natürlich nicht völlig abstinent leben, nur eben etwas umsichtiger und sparsamer mit ihrem Geld umgehen. Zumindest so lange, bis Sie keine Kredite, Darlehen oder sonstige Finanzierungen mehr zu bedienen haben. Folgende Punkte helfen Ihnen vielleicht weitere Sparpotenziale zu erkennen:

Sofort umsetzbar:

Etwas mehr Aufwand:

Grundsätzliches:

Schritt 3: den alten Dispo kündigen / Girokonto wechseln

I) alten Dispokredit kündigen und / oder Kreditrahmen senken

Kündigen Sie Ihren alten und zu teuren Dispokredit, sobald Sie nicht mehr im Minus sind. Das Ziel ist es ja, die Kontoüberziehung zukünftig komplett zu vermeiden. Die Änderung oder Löschung des Kreditrahmens beantragen Sie entweder im Onlinebanking, per Telefon oder in Ihrer Bankfiliale vor Ort. Wenn Sie Ihr Girokonto nicht wechseln möchten und ganz auf Nummer sicher gehen wollen, vereinbaren Sie maximal 100 Euro als Kreditrahmen. Das muss reichen um kleinere Abbuchungen über das Guthaben hinaus kurzzeitig abzusichern.

II) Optional: zu einem Girokonto mit günstigerem Dispo wechseln

Eine Girokonto Kündigung ist jederzeit gebührenfrei möglich. Die meisten Banken erwarten ein formloses Kündigungsschreiben mit persönlicher Unterschrift. Nutzen Sie hierfür einfach meine PDF-Vorlage. Wenn Sie bei Ihrem aktuellen Girokonto einen monatlichen Grundpreis zahlen oder Ihnen jeden Monat Kontoführungsgebühren berechnet werden, wechseln Sie die Bank. Das ist zwar etwas aufwendig, lohnt sich aber.

Wichtigstes Kriterium ist neben der kostenlosen Kontoführung in ihrem Fall ein günstiger Dispozins und natürlich bequemer, kostenfreier Bargeldbezug. Suchen Sie sich eine Bank, die mit den Banken in Ihrer Nähe kooperiert und deren Geldautomaten unentgeltlich zur Verfügung stehen. Neben den Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken gibt es auch den Verbund der CashPool und Cash-Group Banken.

Schritt 4: Dispo-Alternative zurückzahlen

Egal ob Sie sich nun für eine Umschuldung über einen Rahmenkredit oder Ratenkredit entschieden, oder Geld von einem Freund oder Bekannten geliehen haben. Sie müssen den Umschuldungskredit so schnell es geht zurückzahlen und zukünftig ohne auskommen.

Kündigen Sie Ihren Rahmen- oder Abrufkredit, sobald Sie ihn nicht mehr brauchen. Erst dann haben die die Umschuldung erfolgreich abgeschlossen und zahlen keine unnötigen Zinskosten mehr an die Bank. Sie haben Fragen zum Thema Dispo ausgleichen oder zum Umschuldung? Schreiben Sie mir bitte eine E-Mail.

Score-Wert

Optional: Einträge bei der Schufa prüfen

Vor der Beantragung eines weiteren Kredites für die Ablösung des Dispo macht es Sinn, die eigene Schufa abzufragen. Ein Mal im Jahr ist das kostenfrei möglich. Füllen Sie einfach dieses PFD-Dokument aus. Achtung: Das untere graue Kästchen auf der essen Seite dieses Antrags ignorieren Sie bitte. Sie müssen keine 24,95 € für eine Bonitätsauskunft bezahlen oder gar Ihre Kontodaten angeben. Hier nichts ankreuzen!

Folgen Sie den Informationen zum Bestellformular auf der zweiten Seite, fertigen Sie eine Kopie ihres Personalausweises, Reisepasses oder Meldebescheinigung an und schicken Sie alles zusammen an die genante Adresse bei der Schufa. Es dauert ein bis zwei Wochen bis die die kostenlose Datenübersicht nach § 34 BDSG in Ihrem Briefkasten ist.

Beispiel einer Dispokredit-Nutzung:

Herr Meier ist Angestellter in einem großen Unternehmen und hat ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 2.000 Euro zur Verfügung. Auf seinem Girokonto bei der Sparkasse wurde ihm ein Dispokredit in Höhe von 6.000 Euro eingerichtet. Bis zu diesem Betrag sind Kontoüberziehung garantiert möglich und werden mit 12,00 % berechnet. Benötigt Herr Meier in einem Monat einmal mehr als 6.000 Euro, duldet die Sparkasse diese Überziehung stillschweigend und berechnet dafür den Zinssatz für die geduldete Überziehung in Höhe von 17,00 Prozent.

Aufgrund von unvorhergesehenen Ausgaben steht das Girokonto von Herrn Meier nun seit 6 Monaten mit durchschnittlich 4.000 Euro im Minus. Kontoverfügungen sind weiterhin möglich, denn der Disporahmen ist noch nicht erreicht. Barabhebungen sind kein Problem. Auch Kartenzahlungen werden nicht abgelehnt. Gefühlt ist alles in Ordnung. Allerdings kostet die dauerhafte Kontoüberziehung jeden Monat rund 33 Euro Zinsen.

Das klingt zunächst nicht viel, summiert sich aber innerhalb eines Jahres auf rund 400 Euro. Das sind 400 Euro die Herr Meier der Bank schenkt, obwohl er mit dem Geld einen Kurzurlaub machen könnte. Er könnte mit dem Geld auch im Schnitt ein mal im Monat Essen gehen oder es für die private Altersvorsorge zurück legen.

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