Girokonto Lexikon

Auf dieser Seite habe ich Ihnen ein paar Erklärungen zu Begriffen rund um das Girokonto zusammengestellt. Vermissen Sie etwas? Dann schreiben Sie mir bitte.

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  1. IBAN
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Was ist die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer wird seit 2009 auf alle privaten Einkünfte aus Kapitalvermögen erhoben. Hierzu zählen insbesondere auch die Zinserträge aus Geldeinlagen bei Banken und Sparkassen.

Der einheitliche Steuersatz beträgt 25 % plus 5,5 % Soli-Zuschlag. Insgesamt sind 26,375 % abzuführen. Bemessungsgrundlage sind in diesem Zusammenhang die Bruttoerträge. In der Regel ist das Girokonto von dieser Steuer nicht betroffen, denn erstens werden die Geldbeträge auf einem Girokonto nur niedrig verzinst und zweitens steht jedem Anleger noch ein jährlicher Freibetrag zur Verfügung.

Der Höchstbetrag der Freistellung (Sparer-Freibetrag + Werbungskosten-Pauschale) liegt bei Alleinstehenden bei 801 Euro und bei Verheirateten bei 1.602 Euro jährlich. Wer also nur ein Girokonto besitzt und dort nicht mehrere 100.000 Euro angesammelt hat, muss mit keinen Abzügen rechnen, wenn er einen Sparerfreibetrag angegeben hat. Anleger, die zusätzlich ein Festgeldkonto nutzen oder ein Tagesgeldkonto besparen, prüfen besser ob die Freistellungsaufträge entsprechend der zu erwartenden Zinserträge richtig aufgeteilt wurden.

Freibeträge richtig verteilen

Sie können den Freibetrag in beliebiger Höhe auf verschiedene Banken aufteilen. Als Single zum Beispiel 300 Euro für das Festgeldkonto bei der Deutschen Bank und 501 Euro für das Tagesgeldkonto der Commerzbank.

Sie müssen sich nicht um die Zahlung der Abgeltungssteuer kümmern. Diese Abgabe wird von der Bank selbstständig einbehalten und entsprechend abgeführt. Das Halbeinkünfteverfahren für natürliche Personen bei Einkünften aus Privatvermögen wurde abgeschafft.

Welche Banking-Möglichkeiten gibt es?

Zur Kontoverwaltung stehen Ihnen verschiedene Wege offen:

Homebanking

Mit dem Homebanking ist die Abwicklung von Bankgeschäften über das Internet gemeint. Häufiger wird die Bezeichnung Online-Banking benutzt. Im Gegensatz zum Filialbanking ist beim Home Banking die Erledigung der Bankgeschäfte rund um die Uhr ortsunabhängig möglich.

Zur Teilnahme am Homebanking brauchen Sie ein Girokonto sowie Zugangsdaten für das Online-Banking. Dort können Sie schnell und einfach Kontoumsätze einsehen, Überweisungen tätigen, Daueraufträge einrichten, Lastschriften zurückholen, Kontoauszüge herunterladen und Kontoeinstellungen verändern. Alle Zahlungsaufträge werden durch Ihr ausgewähltes TAN-Verfahren bestätigt. Die Sicherheit wird zudem durch eine verschlüsselte Datenverbindung gewährleistet. Zusätzlich ist auch der Einsatz einer Banking-Software möglich.

SSL-Verschlüsselung

Die Abkürzung SSL steht für "Secure Socket Layer" und beschreibt ein Verschlüsselungsprotokoll, dass eine sichere Verbindung zwischen Server und Browser gewährleisten soll. Die neuere Bezeichnung ist TLS (Transport Layer Security). Diese sichere Datenübertragung wird vor allem bei der Übermittlung privater und sensibler Daten, wie zum Beispiel Kreditkarteninformationen, eingesetzt, um Manipulation und Datenklau auszuschließen.

SSL ist mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben, wenn man Formulare auf der Internetseite nutzt, z.B. Kontaktforumlare oder Bestellformulare. Vor allem Online-Shops und Banken nutzen daher alle eine sichere SSL-Verbindung. Ob eine Internetseite ein SSL-Zertifikat nutzt, erkennen Sie in Ihrem Internetbrowser an dem meist grünen Schloss neben der Adresszeile. Außerdem beginnt die Internetadresse (URL) mit "https://" und nicht mit http://".

Phishing

Phishing ist das betrügerische Angeln nach Passwörtern. Verbrecher senden Ihnen gefälschte E-Mails oder Kurznachrichten, weil angeblich Ihre Kontoinformationen aktualisiert werden müssten, Ihre Kontokarte nicht mehr gültig sei oder das aktuelle Passwort geändert werden sollte. In der Phishing Nachricht werden Sie dann aufgefordert, auf einen Link zu klicken, der Sie auf eine scheinbar echte, aber in Wirklichkeit gefälschte Internetseite führt, wo Sie in einem Formular private Daten wie Kontonummer, PIN und TAN eingeben sollen. Die Betrüger lesen Ihre Eingaben aus und plündern anschließend Ihr Konto.

Phishing Mails einer Bank werden tausendfach verschickt, so dass ein Teil der Empfänger tatsächlich Kunde der jeweiligen Bank sind. Sie erkennen gefälschte Nachrichten an der unpersönlichen Anrede, meist schlechten Rechtschreibung und dem gefälschten Absender. Ihre Bank würde Ihnen nie eine E-Mail schicken und Sie darin zur Änderung Ihrer Kundendaten aufrufen.

Telefon-Banking

Neben dem Online- und Mobile-Banking bieten viele Banken ebenfalls das Telefon-Banking an. So erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte bequem per Telefon, sei es die Abfrage des Kontostands, das Aufgeben einer Überweisung oder die Rückbuchung einer Lastschrift. Für die Teilnahme am Telefon-Banking benötigen Sie zunächst eine Telefon-PIN, die Ihnen entweder direkt bei der Kontoeröffnung oder auf Anfrage zugeschickt wird. Bei jedem Telefonat müssen Sie dann diese PIN und Ihre Konto- oder Kundennummer per Telefontastatur eingeben. Je nach Bank gibt es anschließend zwei Möglichkeiten:

  1. Sie stellen alle Anfragen und Zahlungsaufträge über einen Sprachcomputer. Diese Art des Telefon-Bankings ist meist rund um die Uhr an jedem Tag erreichbar.
  2. Sie werden an einen Bankmitarbeiter weitergeleitet, dem Sie Ihre Anfragen persönlich mitteilen. Dieser Service ist meist nur zu den gewöhnlichen Service-Zeiten an Werktagen nutzbar.

In den letzten Jahren verlangen immer mehr Kreditinstitute eine Gebühr für die Ausführung von Zahlungsaufträgen via Telefon-Banking. Außerdem sind nicht alle Hotlines kostenlos. Achten Sie also genau auf die ausgewiesenen Gebühren.

Banking-Terminal

Banking-Terminal ist der Überbegriff für Kontoauszugsdrucker, Überweisungsterminals und Geldautomatem im Selbstbedienungsbereich einer Filialbank. In diesen SB-Zonen können Sie meist rund um die Uhr die Geräte zum Abrufen des Kontostandes, zur Ausführung von Überweisungen, Einrichtung von Daueraufträgen oder dem Geldabheben nutzen.

Mobile Payment

Mit Mobile Payment ist das elektronische Bezahlen mit mobilen Geräten wie dem Smartphone, Tablet oder der Smartwatch gemeint. Das Mobile Payment bietet viele Möglichkeiten:

In Deutschland nutzt bisher nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die mobilen Zahlungsoptionen. Seit einigen Jahren gibt es aber nun mobile Girokonten wie das N26 Girokonto oder 1822MOBILE Girokonto. Zudem sind Google Pay und Apple Pay seit 2018 auf dem deutschen Markt verfügbar. Auch Sparkassen, Volksbanken und viele Großbanken bieten mittlerweile eigene Apps für das Mobile Payment an.

Was ist oder bedeutet die Bonität?

Mit dem Begriff "Bonität" wird die Kreditwürdigkeit oder Kreditfähigkeit eingeschätzt. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Unternehmen oder Personen handelt. Mit der Bonität werden vor allem die Zahlungsfähigkeit und der Zahlungswillen eines Schuldners dargestellt.

Beispiel: Wird ein Kredit vergeben, sind die Zinsen oftmals an die Bonität des Kunden gebunden. Bei guter Bonität sind die Zinsen niedriger als bei schlechter Bonität. Bei der Vergabe eines Dispositionskredites gilt das Gleiche. Einen Dispo bekommt nur, wer diesen auch mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher zurückzahlen kann. Werden bei der Überprüfung Ihrer Bonität im Zuge der Kontoeröffnung zu viele negative Signale festgestellt, kann die Kontoeröffnung abgelehnt werden. Einen Dispokredit gibt es ohnehin nur mit regelmäßigen Geldeingängen.

Wer wegen schlechter Bonität oder vielen Schufa Einträgen abgewiesen wird, kann versuchen ein schufafreies Konto zu beantragen. Die meisten Sparkassen und Genossenschaftsbanken eröffnen auf Nachfrage ein Guthabenkonto mit einer monatlichen Grundgebühr.

Guthabenkonto bei schlechter Bonität

Das Guthabenkonto / Jedermann-Konto, ist ein Bankkonto, welches nur auf Guthabenbasis geführt wird und nicht überzogen werden kann. Da das Konto nicht ins Minus rutschen kann, wird zur Kontoeröffnung häufig keine Bonität vorausgesetzt. Ob eine Bank vor der Eröffnung eines Guthabenkontos eine Schufa-Abfrage durchführt, entscheidet das Geldinstitut selbst.

Ein Guthabenkonto eignet sich für alle, die trotz negativer Schufa oder ungünstigen finanziellen Voraussetzungen am Zahlungsverkehr teilnehmen wollen. So können Sie wie bei einem normalen Girokonto Überweisungen vornehmen, Geld ein- und auszahlen sowie Gutschriften, wie zum Beispiel das Arbeitslosengeld, empfangen. Auch die Eröffnung eines Guthabenkontos kann abgelehnt werden.

Im Unterschied zum klassischen Girokonto erhalten Sie bei einem Guthabenkonto in der Regel nur eine Bankkarte und / oder eine Kreditkarte auf Guthabenbasis.

Pfändungsschutzkonto

Das Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto, ist ein Girokonto, welches automatisch einen Pfändungsschutz von aktuell 1.178,59 Euro pro Monat bietet, damit das Existenzminimum des Kontoinhabers gesichert ist. Mit entsprechenden Bescheinigungen, z.B. vom Arbeitgeber, der Familienkasse oder einem Sozialleistungsträger, kann sich der Freibetrag, der nicht gepfändet werden darf, weiter erhöhen.

Jeder Kontoinhaber hat einen Anspruch auf die Umwandlung eines Girokontos in ein P-Konto. Die Banken und Sparkassen sind zur Umstellung verpflichtet. Die Umwandlung des Kontos muss hierbei vom Kontoinhaber persönlich beantragt werden. Jeder Schuldner darf allerdings nur ein Pfändungsschutzkonto führen. So muss auch bei einem Bankwechsel erst das vorherige P-Konto vor der Eröffnung des neuen Kontos geschlossen sein. Das P-Konto ist zudem ein Einzelkonto. Wer bisher also nur ein Gemeinschaftskonto hatte, muss ein Einzelgirokonto eröffnen.

Was genau sind Buchungen?

Es wird zwischen zwei Arten von Buchungen unterschieden: Buchungen per Beleg und Buchungen ohne Beleg.

Beleghafte Buchungen

Zu den beleghaften Buchungen zählen alle Zahlungsvorgänge, die in Papierform persönlich in der Filiale oder per Post eingereicht werden. Beispiele hierfür sind Überweisungsbelege, Bareinzahlungen, Scheckeinreichungen und Lastschriften. Da diese schriftlichen Belege meist von einem Bankmitarbeiter kontrolliert und bestätigt werden müssen, fallen im Vergleich zu beleglosen Zahlungsvorgängen teils deutlich höhere Gebühren an. Bei immer mehr Direktbanken ist die Ausführung beleghafter Buchungen gar nicht mehr möglich.

Beleglose Buchungen

Mit den beleglosen Buchungen sind online, mobil und telefonisch durchgeführte Zahlungsvorgänge gemeint. Die Überweisung bzw. Buchung erfolgt also ohne Beleg, d.h. ohne einen Zettel, den man in der Hand halten kann. Im Gegensatz zu beleghaften Buchungen sind beleglose Überweisungen bequemer und schneller, da der Gang in die Filiale entfällt und meist auch günstiger, da sie automatisiert abgewickelt werden.

BankCard-ServiceNetz

BankCard-ServiceNetz

Das BankCard-ServiceNetz ist das Geldautomatennetz der genossenschaftlichen Banken. Insgesamt umfasst es rund 18.300 Geldautomaten in Deutschland. Das ist Platz 2, direkt hinter den Sparkassen mit fast 24.600 Geldausgabeautomaten.

Über 99 % aller Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Teil des BankCard-ServiceNetzes. Sie als Kunde müssen nur auf das BankCard-ServiceNetz Logo auf den Geldautomaten achten. Die BBBank, die Bank für Sozialwirtschaft und die Sparda-Banken sind darüber hinaus auch Mitglied im CashPool. Aktuell nimmt einzig und allein die Sylter Bank eG nicht am BankCard-ServiceNetz teil.

Diese Banken gehören dazu

  1. Volksbanken
  2. Sparda-Banken
  3. Raiffeisenbanken
  4. BBBanken
  5. GLS Bank
  6. PSD Banken mit Einschränkung

Das Geldautomatennetz der VR Banken funktioniert dabei wie folgt: Die teilnehmenden Banken berechnen sich gegenseitig für jede Verfügung von Kunden einer anderen teilnehmenden Bank eine Gebühr von meist 1,02 € (maximal 2,05 €). Die Bank, die dem Kunden die Kontokarte ausgestellt hat, trägt dann bis zu 1,02 € dieser Gebühr. Somit ist das Geld abheben für den Kunden bei den meisten BankCard-Teilnehmern kostenfrei möglich. Zudem ist dadurch gewährleistet, dass die teilnehmenden Banken auch einen wirtschaftlichen Nutzen aus dem Aufstellen eines Geldausgabeautomaten haben.

Was ist die Cash Group?

Die Cash Group ist ein Geldautomatenverbund der es den Kunden angeschlossener Banken ermöglicht, kostenfrei Bargeld abzuheben, ohne direkt eine Filiale der Hausbank aufsuchen zu müssen. Alle Infos zur CashGroup finden Sie auf der Webseite unter www.cashgroup.de.

Das Netz der Cash Group umfasst mehr als 9.000 Geldautomaten bundesweit. Angeschlossen sind beispielsweise die großen deutschen Filialbanken und deren Tochterunternehmen:

Cash Group
  1. Deutsche Bank
  2. Postbank
  3. Commerzbank
  4. Fidor-Bank
  5. Comdirect Bank
  6. Norisbank

Was ist der CashPool?

Auch der CashPool ist - wie auch die CashGroup - ein Geldautomaten-Verbund, in dem die Mitgliedsbanken ihren Kunden einen vereinfachten und kostenfreien Bargeldbezug bei allen CashPool-Mitgliedern ermöglichen. Details zu diesem Bankenverbund finden Sie unter www.cashpool.de.

Der Geldausgabeautomaten Verbund CashPool bietet insgesamt etwas über 3.200 Geldautomaten. Bargeld kann hier kostenlos rund um die Uhr bezogen werden. Angeschlossenen Banken sind:

CashPool
  1. Südwestbank
  2. Wüstenrot
  3. Sparda-Banken
  4. Santander Consumer Bank
  5. Degussa Bank
  6. BBBank
  7. Targobank
  8. Bank für Sozialwirschaft
  9. Pax-Bank
  10. weitere kleine private Banken

Aufgrund der Geldautomatendichte und der angeschlossenen Banken ist bei häufigem Bargeldbezug an Fremdbanken eine Bank, die in der CashGroup organisiert ist, vorzuziehen. Hier stehen für den Kunden mehr als 9.000 Automaten zur Verfügung.

Welche sonstigen Bankenverbünde gibt es?

Neben den hier genannten Verbünden gibt es das Bankcard-ServiceNetz mit etwa 18.000 Automaten und das Sparkassen-Netz mit mehr als 24.000 Geldautomaten in Deutschland. Einige Direktbanken gehören keinem der genannten Verbünde an. Kunden dieser Institute erhalten häufig Bargeld kostenfrei an einem Kreditkarten-Automaten.

Was ist die Einlagensicherung?

Die Einlagensicherung schützt Ihr angelegtes Geld auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten, falls eine Bank in der Europäischen Union pleite geht. Die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland, die 1998 in Kraft getreten ist, sichert Beträge bis 100.000 Euro pro Kunde und Kreditinstitut ab. Bei Gemeinschaftskonten verdoppelt sich dieser Betrag. Im Falle eienr Insolvenz muss das Geld aktuell innerhalb von 20 Arbeitstagen ausgezahlt werden. Diese Frist verkürzt sich ab 2024 auf 7 Tage.

Neben dieser gesetzlich vorgeschriebenen Sicherung gibt es zusätzlich freiwillige Einlagensicherungsfonds. Die Sicherungsgrenzen liegen hier deutlich höher. VR Banken sowie Sparkassen sichern Ihre Guthaben sogar in unbegrenzter Höhe ab. Bei anderen Kreditinstituten liegt der Schutz meist im Millionen- oder bei großen Banken wie der Deutschen Bank oder Commerzbank im Milliardenbereich.

Entschädigungseinrichtung

Die deutschen Geldinstitute sind verpflichtet, die Einlagen ihrer Kunden für den Fall einer Insolvenz abzusichern. In Deutschland gibt es hierfür die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), die Guthaben bis 100.000 Euro je Kunde schützt. Es gibt aber noch weitere Einrichtungen, zu denen sich private und öffentliche Banken zusammengeschlossen haben, um eine zusätzliche Absicherung zu gewährleisten:

Je mehr Guthaben Sie besitzen, desto wichtiger wird es, sich vorher genau zu erkundigen, welcher Entschädigungseinrichtung Ihre Bank angehört und bis zu welchem Betrag Ihr Geld geschützt ist.

Was sind FinTechs?

FinTech ist die Kurzform für "Finanztechnologie". Dies ist eine neue Finanzindustrie, die zur Verbesserung von Finanzdienstleistungen innovative und kreative Technologie einsetzt. Als FinTech werden auch junge Unternehmen und Start-ups bezeichnet, die digitale Finanzinnovationen anbieten. Im Gegensatz zu klassischen Banken haben sie direktere Strukturen und eine moderne Technologie, so dass die Kunden schnell und umkompliziert ihre Kontoführung erledigen, Kredite aufnehmen und Geld anlegen können.

Neben N26 gehören die Solarisbank und Deposit Solutions, die Betreiber der Zinspilot-Plattform, zu den bekanntesten deutschen FinTechs.

Was ist eine Girocard?

Girocard

Die Girocard, früher EC-Karte, ist eine von Kreditinstituten ausgegebene Kontokarte (Debitkarte), mit der Sie bei fast allen Einzelhändlern in Deutschland und im gesamten Euroland kostenfrei bargeldlos bezahlen können. Die Kartenzahlung bestätigen Sie entweder mit einer PIN oder Ihrer Unterschrift. Die Girocard ist meiner Meinung nach in Deutschland die wichtigste Plastikkarte für das bargeldlose Bezahlen.

Mit ihr gibt es auch Bargeld am Geldautomaten. Hier können jedoch weitere Kosten entstehen, wenn Sie nicht am Geldautomaten Ihrer Bank oder im angeschlossenen Verbundnetz abheben.

Mein Tipp: Im Euroland zahlen Sie mit der Girocard überall kostenfrei. Es werden keine Gebühren wie etwa bei Kreditkarten berechnet. Bargeld außerhalb Deutschlands heben Sie entweder bei einer Partnerbank günstig ab oder Sie nutzen dafür besser die Kreditkarte. Fragen Sie bei Ihrer Bank nach den Gebühren und den Verfügungsgrenzen (Kartenlimit) beim Einsatz der Kontokarte im Ausland. Eine Übersicht zu den Kosten einiger ausgewählter Banken finden Sie auch unter "Geldabheben im Ausland".

Für das Bezahlen mit Girocards gibt es zwei verschiedene Systeme oder besser Anbieter: Maestro von MasterCard und V-PAY von VISA. Im Grunde gibt es für Sie als Girokonto-Kunde keine Unterschiede. Beide Karten werden in Deutschland gleichberechtigt akzeptiert.

Maestro (von Mastercard)

Maestro ist ein Bezahldienst von MasterCard. Die Technologie ermöglicht das bargeldlose Bezahlen sowie das Geldabheben an Automaten, sowohl national als auch international. Weltweit gibt es circa 15 Millionen Maestro-Akzeptanzstellen. Sie müssen dabei nur auf das Maestro-Symbol achten. Da es sich bei Maestro, wie schon erwähnt, um einen Debitkarten-Dienst handelt, wird gleich nach der Bezahlung oder Abhebung der entsprechende Betrag vom Girokonto abgebucht, egal wo auf der Welt Sie die Maestro-Girocard einsetzen.

Maestro-Girocards sind mit einem EMV-Chip (EMV = Europay MasterCard VISA) und einer PIN ausgestattet. Im Gegensatz zu V PAY-Karten verfügen Sie zusätzlich über einen Magnetstreifen, der das Bezahlen in nichteuropäischen Ländern wie den USA oder Russland ermöglicht. Der Nachteil des Magnetstreifens ist allerdings, dass über ihn Daten ausgespäht werden können (Skimming). Das Risiko ist allerdings gering, da die meisten Automaten die Karte nur über den EMV-Chip auslesen oder mit Magnetfeldern ausgestattet sind, die erkennen, ob das Gerät manipuliert wurde.

Girokonten mit Maestro Girocard

Maestro
  1. ING Girokonto
  2. Norisbank Girokonto
  3. 1822direkt Girokonto
  4. Commerzbank Girokonto
  5. Wüstenrotbank Girokonto

V-Pay (von Visa)

V PAY ist ein von VISA im Jahr 2006 eingeführtes Bezahlsystem für Girocards. Alle V PAY-Karten sind ebenfalls Debitkarten; der Betrag wird direkt nach der Zahlung oder Abhebung vom Girokonto abgebucht. V PAY Girocards sind mit einem Chip anstelle eines Magnetstreifens ausgerüstet. Für jede Zahlung ist die Eingabe einer PIN erforderlich. Während der Bezahlung können die Daten nur über den EMV-Chip ausgelesen werden. Der Missbrauch durch ausgespähte Magnetstreifendaten (Skimming) ist hier nicht möglich.

Die hohe Sicherheit hat allerdings auch einen Nachteil: Durch den fehlenden Magnetstreifen kann die Karte nicht in den USA, Asien, Südamerika, Australien, Russland oder der Ukraine für das Bezahlen oder Geldabheben eingesetzt werden.

V PAY

Konten mit V PAY Girocard

  1. DKB Girokonto
  2. Consorsbank Girokonto
  3. Comdirect Girokonto
  4. Targobank Girokonto
  5. Postbank Girokonto

Für welchen Girokarten-Typ Sie sich entscheiden, sollten Sie davon abhängig machen, wie Sie die Karte nutzen werden. Beim Einsatz in Deutschland gibt es keine Nachteile durch die Wahl eines bestimmten Systems. Und wenn Sie im Nicht-EU-Ausland sowieso die Kreditkarte nutzen, ist es völlig egal, ob Ihr neues Girokonto nun mit einer Maestro- oder V PAY Karte ausgestattet ist. Wichtiger ist bei der Girokonto Wahl, dass Sie bequem und kostenfrei in Ihrer Wohnumgebung Bargeld abheben können.

Ersatzkarte bei Defekt oder Verlust der Girokarte

Im Oktober 2015 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass eine EC-/Giro- Ersatzkarte nach Kartensperrung von der Bank nicht berechnet werden darf. Das Urteil erging gegen die Postbank und dürfte Signalwirkung haben. Um eine kostenfreie Ersatzkarte zu erhalten, ist eine Sperrung also unbedingt nötig. Den Ersatz von defekten Karten können Banken weiterhin berechnen.

Mein Tipp: Wenn Ihre EC-/Girocard nicht mehr funktioniert und Sie Ersatz benötigen, vermeiden Sie Gebühren einfach, indem Sie die Karte sperren lassen und eine neue anfordern. Die alte Bankkarte entsorgen Sie über die gelbe Tonne.

girogo

Girogo ist eine kontaktlose Prepaid-Bezahlmöglichkeit, ähnlich wie die GeldKarte. Dieses Verfahren wird von der Deutschen Kreditwirtschaft bereitgestellt und ist mittlerweile auf ca. 45 Millionen Girocards in Deutschland integriert. Ob Ihre Kontokarte über girogo verfügt, erkennen Sie auf der Vorderseite am goldenen Chip und auf der Rückseite am girogo-Logo.

Girogo funktioniert wie folgt: Zunächst laden Sie einen Geldbetrag auf den Chip. Dies funktioniert an Geldautomaten, online per Vorkasse oder über giropay sowie an Kassen von teilnehmenden Händlern per PIN-Eingabe oder Abo-Ladevertrag. Das maximale Ladeguthaben beträgt hierbei 200 Euro. Nun können Sie Beträge bis 25 Euro schnell und einfach bei über 15.000 Einzelhändlern bezahlen. Halten Sie dazu Ihre Girocard kurz an das Kartenlesegerät. Durch die NFC-Technologie wird der Geldbetrag dann sofort abgebucht. Die Eingabe einer PIN oder eine Unterschrift sind nicht notwendig.

NFC

NFC steht für Near Field Communication (Nahfeldkommunikation) und ist ein elektronischer Übertragungsstandard, bei dem Daten über kurze Distanzen von maximal 20 Zentimetern kontaktlos gesendet werden. NFC wird für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, zum Beispiel bei girogo, Apple Pay und Google Pay, eingesetzt. Micropayments sind somit in Sekundenschnelle möglich.

Auf Smartphones und Tablets ist NFC als Ergänzung zu Bluetooth gedacht, mit der sich Verbindungen zwischen zwei Geräten noch schneller aufbauen lassen. Die Technologie wird aber auch bei Zugangskontrollen, elektronischen Tickets und der Steuerung technischer Geräte genutzt.

Virtuelle Kreditkarte

Die virtuelle Kreditkarte ist eine Ergänzung zur klassischen Plastik-Kreditkarte. Sie wird vor allem für das Onlineshopping genutzt. Weniger geeignet ist sie allerdings für Hotel- oder Mietwagenbuchungen, da hier häufig noch eine Karte vorgezeigt werden muss.

Da vor einem Kauf Guthaben auf der Karte sein muss (Prepaid), gibt es bei der Einrichtung der virtuellen Kreditkarte keine Schufa-Abfrage oder Bonitätsauskunft. Nach der erfolgreichen Bestellung und Legitimation via Post-Ident oder Video-Ident erhalten Sie zeitnah Benutzernamen und Passwort sowie die für den Online-Einkauf anzugebende Kartennummer, Gültigkeitsdatum und Prüfnummer. Da keine Plastik-Karte hergestellt und per Post verschickt werden muss, sind virtuelle Kreditkarten meist kostenlos oder zumindest günstiger. Je nach Anbieter kann aber eine Gebühr für das Aufladen der Karte oder eine Inaktivitätsgebühr anfallen, wenn dir Karte monatelang nicht eingesetzt wird.

Skimming

Skimming bedeutet übersetzt "abschöpfen". Gemeint ist der illegale Diebstahl von Kreditkartendaten. Skimming gibt es in mehreren Formen. Am Geldautomaten wird vor dem eigentlichen Kartenschacht ein eigenes Lesegerät angebracht, um unbemerkt die Karteninformationen auf dem Magnetstreifen der Kredit- oder Bankkkarte auszuspähen. Danach werden diese Infos auf einen Kartenrohling übertragen, der nun ein Klon der originalen Kontokarte ist. Die PIN stehlen die Verbrecher durch eine kleine, versteckte Mini-Kamera oder durch die Manipulation des Tastaturfeldes. Skimming gibt es aber auch in Geschäften. Dort wird ein unauffälliger Aufsatz auf das Kartenlesegerät geklebt oder die Kreditkarte durch ein zweites Lesegerät gezogen. Seien Sie daher beim Geldabheben und Bezahlen immer aufmerksam und kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoumsätze.

Was ist ein Kontokorrentkonto?

Das Kontokorrentkonto ist ein persönliches Konto bei einer Bank zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs, über dessen Guthaben täglich uneingeschränkt verfügt werden kann. Kontokorrent kommt aus dem Italienischen und bedeutet soviel wie "laufende Rechnung". Damit ist gemeint, dass Einzahlungen, Auszahlungen, Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften etc. laufend gebucht, verwaltet und miteinander verrechnet werden.

Das klassische Girokonto ist ein ausschließlich im Guthaben geführtes Kontokorrentkonto. Im Gegensatz zum Girokonto gibt es beim Kontokorrentkonto einen Kontokorrentkredit, der häufig auch als Dispokredit bezeichnet wird. Das Konto darf also durch den Dispo überzogen werden und ins Minus gehen.

Mindestgeldeingang

Nicht alle kostenlosen Girokonten sind auch wirklich bedingungslos gebührenfrei. Einige Banken verlangen einen Mindestgeldeingang von meist 600 bis 1.200 Euro pro Monat für die kostenlose Kontoführung. Wird dieser Geldeingang unterschritten, fallen teils deutlich höhere Gebühren an. Ein eigentlich kostenloses Konto kostet dann schnell über 5 Euro im Monat. Häufig ist ein Mindestgeldeingang auch Voraussetzung für den Erhalt eines Startguthabens. Dieser Bonus wird nur ausgezahlt, wenn für einen bestimmten Zeitraum, meist 3 bis 6 Monate, ein bestimmter Geldeingang erreicht wird.

Achten Sie vor der Kontoeröffnung also auf das Kleingedruckte. Geldeingang ist hierbei nicht gleich Gehaltseingang. Bei einem Mindestgehaltseingang muss das Geld als Gehalt, Lohn, Rente, BAföG oder Besoldung auf dem Konto eingehen. Bei einem Mindestgeldeingang kann hingegen das Geld auch von einem anderen privaten Girokonto kommen. Für Studenten und Auszubildende gilt meist ein deutlich kleinerer oder gar kein Geldeingang.

Kontowechselservice

Seit 2016 sind die deutschen Kreditinstitute gesetzlich dazu verpflichtet, Ihnen beim Kontowechsel zu helfen. Nach der Eröffnung eines neuen Girokontos haben Sie drei Möglichkeiten:

  1. Beim gesetzlichen Kontowechselservice füllen Sie ein Ermächtigungsformular mit allen wichtigen Angaben aus. Anschließend kümmern sich Ihre alte und neue Bank um die Übertragung der Kontodaten und das Informieren der Zahlungspartner. Die Banken übernehmen hierbei die Haftung für Schäden, verlangen dafür aber meist auch eine höhere Gebühr für den Service.
  2. Vor allem die Direktbanken wie ING, 1822direkt und DKB setzen auf den freiwilligen Kontowechselservice. Nach der Kontoeröffnung melden Sie sich im Online-Banking an und starten von dort aus den Service. In wenigen Minuten werden hierbei über einen externen Anbieter Ihre Kontoumsätze ausgelesen und die Zahlungspartner informiert. Im Vergleich zum gesetzlichen Kontowechselservice ist der freiwillige Kontowechselservice kostenlos und schneller. Dafür gibt es aber keine Haftungsübernahme der Bank.
  3. Sie sind nicht verpflichtet, den Kontowechselservice zu nutzen. Sie können sich auch selbst um alles kümmern.

Durch den Kontowechselservice ist der Kontowechsel lange nicht mehr so mühselig und zeitaufwendig wie früher. Trotzdem ist es wichtig, altes und neues Konto für mindestens 2 Monate parallel laufen zu lassen und zu überprüfen, dass die Zahlungsvorgänge richtig ablaufen.

Kontoauszug

Auf einem Kontoauszug sind alle getätigten Umsätze sowie der Endsaldo eines Girokontos aufgeführt. Mit dem Kontoauszug kommen die Banken Ihrer Informationspflicht nach. Im Online- und Mobile-Banking wird der Kontoauszug üblicherweise in Dateiform, meist als PDF, heruntergeladen. Filialbanken bieten Kontoauszugsdrucker zum Erhalt des Auszugs an. In bestimmten Fällen ist auch der postalische Versand möglich.

Folgende Daten finden sich auf einem Kontoauszug:

Da der Kontoauszug für Privatpersonen als Zahlungsnachweis dient, sollte er am besten 4 Jahre aufgehoben werden.

Lastschriftrückgabe

Beim Lastschriftverfahren ermächtigt der Kontoinhaber (Zahlungspflichtiger) den Zahlungsempfänger, den fälligen Betrag vom Girokonto einzuziehen. Wenn aber zu diesem Zeitpunkt nicht genügend Geld auf dem Konto ist, das Konto bereits geschlossen ist oder die Kontodaten fehlerhaft sind, kann die Lastschrift nicht abgebucht werden. Es kommt zur Lastschriftrückgabe. Für Sie entstehen dadurch Gebühren.

Es kann aber auch sein, dass aus Ihrer Sicht unberechtigt ein Betrag abgebucht wurde. Dann haben Sie die Möglichkeit, diese Lastschrift (Einzugsermächtigung) im Online-Banking oder in der Filiale zu widerrufen. Meist gilt hierbei eine Frist von 8 Wochen. In diesem Fall müssen Sie keine Gebühr bezahlen.

Was ist der Leitzins?

Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Kreditinstitute bei Zentral- oder Notenbanken Geld beschaffen oder anlegen können. Innerhalb der Eurozone legt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins fest. Auch wenn meist nur von dem Leitzins gesprochen wird, sind es eigentlich drei Zinssätze:

  1. Hauptrefinanzierungssatz: Dies ist der wichtigste Zins, der allgemein als Leitzins bezeichnet wird. Zu diesem Zinssatz können sich Geschäftsbanken Geld von der Zentralbank ab einer Woche Laufzeit leihen. Veränderungen dieses Zinssatzes haben für Sie als Verbraucher unter anderem Einfluss auf die Kreditkonditionen und Sparzinsen.
  2. Spitzenrefinanzierungssatz: Zu diesem Zinssatz beschaffen sich Banken über Nacht Geld bei der EZB.
  3. Einlagesatz: Zu diesem Zins legen Kreditinstitute über Nacht Geld bei der Europäischen Zentralbank an.

Der Leitzins ist das wichtigste Steuerungselement der Geldpolitik und soll dazu beitragen, ein stabiles Preisniveau mit niedriger Inflationsrate zu gewährleisten.

Negativzins

Einige Banken verlangen einen Negativzins, wenn Sie dort Ihr Geld anlegen wollen. Dieser Strafzins wird in der Regel für höhere Anlagebeträge ab 100.000 € erhoben. Es gibt zwei Arten von Negativzinsen:

  1. negativer Realzins: Die Inflationsrate ist höher als der positive Guthabenzins. Wenn Sie zum Beispiel 0,50 % auf Ihr Tagesgeld bekommen, die aktuelle Inflationsrate aber 1,5 % beträgt, haben Sie am Ende des Jahres weniger Geld als zuvor.
  2. negativer Nominalzins: In diesem Fall liegt der Zinssatz wirklich im negativen Bereich, also zum Beispiel bei -0,50 %.

Der Grund für die Negativzinsen ist die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Banken können sich günstiger Geld von der EZB leihen und Ihren Kunden damit niedrigere Kreditkonditionen anbieten. Gleichzeitig will die EZB nicht, dass zu viel Geld angelegt wird. Also erhebt sie einen Strafzins. Dieser Negativzins wird dann von einigen Banken an die eigenen Kunden weitergegeben.

Auch wenn in den letzten Jahren die Zahl der Banken, die einen Negativzins erheben, stetig gestiegen ist, so verzichtet doch die große Mehrheit der deutschen Kreditinstitute auf Strafzinsen.

Was ist SEPA?

SEPA ist die Abkürzung für „Single Euro Payments Area“, was übersetzt einheitlicher europäischer Zahlungsverkehrsraum bedeutet. Damit ist der Wegfall nationaler Grenzen im europäischen Zahlungsverkehr gemeint, so dass Bankkunden im Euroraum Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen ohne Einschränkungen durchführen können. Internationale Transaktionen werden dadurch einfacher, sicherer und günstiger. Im Zuge dieser Internationalisierung mussten die bisher bei Überweisungen verwendeten nationalen Kontonummern mit der IBAN und Bankleitzahlen mit dem BIC ersetzt werden. SEPA ist in den EU-Ländern, sowie Norwegen, Island, San Marino, Liechtenstein, Monaco und der Schweiz am 01.08.2014 in Kraft getreten. Nicht-Euroländer hatten mit der Umsetzung noch bis zum 31.10.2016 Zeit.

IBAN

IBAN ist die Abkürzung für „International Bank Account Number“, also die internationale Bankkontonummer. Seit 01.02.2014 ersetzt sie die bisherige Kontonummer und Bankleitzahl. Sie wird für alle nationalen Überweisungen und internationalen Zahlungen innerhalb der Europäischen Union verwendet. Damit sollen grenzüberschreitende Überweisungen genauso sicher und schnell wie inländische Überweisungen abgewickelt werden können. Die Länge der IBAN variiert von Land zu Land. Maximal ist sie 34 Zeichen lang. Die deutsche IBAN besitzt immer 22 Stellen. Sie setzt sich wie folgt zusammen:

  1. 2-stelliges Länderkürzel DE für Deutschland
  2. 2-stellige Prüfziffer (z.B. 73 bei der Comdirect Bank)
  3. 8-stellige Bankleitzahl (z.B. 20041133 bei der Comdirect Bank)
  4. 10-stellige Kontonummer (z.B. 0123456789)

Eine IBAN könnte dann zum Beispiel lauten: DE73200411330123456789. Als Kontoinhaber müssen Sie sich neben Ihrer Kontonummer und Bankleitzahl auch das voranzustellende Länderkennzeichen und die zweistellige Prüfziffer merken. Die Übergangsfrist lief bis Februar 2016. Bis dahin konnten Sie noch Ihre nationale Kontonummer und Bankleitzahl benutzen. Seitdem muss aber für jede Überweisung die IBAN verwendet werden.

Bankleitzahl

Die Bankleitzahl (BLZ) ist eine Kennziffer zur eindeutigen Bestimmung eines Kreditinstitutes und gleichzeitig auch die Kontonummer der jeweiligen Bank bei der Deutschen Bundesbank. Die 8-stellige Zahl wurde 1970 in Deutschland eingeführt und bis zur Errichtung von SEPA neben der Kontonummer bei Überweisungen und anderen Zahlungsvorgängen angegeben. Im Zuge von SEPA wurde die BLZ vom BIC ersetzt. Zusammen mit der Kontonummer ist sie allerdings Bestandteil der internationalen Bankkontonummer IBAN.

Die Bankleitzahl ist wie folgt aufgebaut:

  1. 3-stellige Ortsnummer, bestehend aus dem Clearing-Gebiet und -Bezirk der Bundesbank sowie dem jeweiligen Bankbezirk
  2. 1-stellige Netznummer zur Identizifizerung der Bankengruppe
  3. 4-stellige institutseigene Nummerierung zur internen Abgrenzung der Kreditinstitute

Die ersten 4 Zahlen legt die Bundesbank selbst fest, während die Kreditinstitute die letzten 4 Zahlen individuell festlegen können.

BIC

BIC steht für „Bank Identifier Code“ und bezeichnet die internationale Bankleitzahl. Er wird auch als SWIFT-Code bezeichnet. Darüber können alle Kreditinstitute eindeutig identifiziert werden. Er muss zusätzlich zur IBAN bei allen grenzüberschreitenden Zahlungsaufträgen außerhalb der SEPA-Staaten angegeben werden. Der BIC setzt sich aus 8 oder 11 alphanumerischen Zeichen zusammen:

  1. 4-stelliger Bankcode: z.B. INGD für ING
  2. 2-stelliger Ländercode: z.B. DE für Deutschland
  3. 2-stellige Ortscodierung: z.B. FF für Frankfurt am Main
  4. 3-stellige Filialkennzeichnung (optional): z.B. 822 bei der 1822direkt

So lautet zum Beispiel der BIC der 1822direkt HELADEF1822. Der BIC der ING-DiBa ist INGDDEFFXXX.

Was sind Sichteinlagen?

Sichteinlagen sind Geldeinlagen ohne jede Kündigungsfrist oder feste Laufzeit. Sie können also jederzeit bei Sicht auf Ihr Guthaben zugreifen. Zu den bekanntesten Formen der Sichteinlage zählen das Girokonto und das Tagesgeldkonto. Ihr Geld ist hierbei täglich fällig, so dass Sie ohne Rücksprache mit der Bank in unbegrenzter Höhe darüber verfügen können.

Sichteinlagen sind eine der drei Formen von Bankguthaben. Es gibt noch die Termineinlagen, die eine Laufzeit bzw. Kündigungsfrist von mind. 1 Monat haben sowie Spareinlagen mit einer Laufzeit bzw. Kündigungsfrist von mind. 3 Monaten.

Welche TAN-Verfahren gibt es?

TAN steht für Transaktionsnummer und wird im Online-Banking zur Bestätigung von Zahlungsaufträgen eingesetzt. Es gibt verschiedene TAN-Verfahren mit unterschiedlichem Sicherheitsgrad. In der folgenden Auflistung beginne ich mit dem "einfachsten" Verfahren:

TAN

Beim klassischen TAN-Verfahren erhalten Sie einen Zettel, auf dem eine Reihe von TANs aufgelistet sind. Zur Bestätigung von Buchungsaufträgen müssen Sie nun irgendeine TAN eingeben. Da dieses Verfahren sehr unsicher ist, wird es heute nicht mehr eingesetzt. Achten Sie im Girokonto-Vergleich auf Konten, die mindestens das mTAN Verfahren anbieten.

iTAN

iTAN steht für indizierte TAN und ist eine Weiterentwicklung des klassischen TAN-Verfahrens. Sie erhalten von Ihrer Bank einen Zettel mit nummerierten TANs und müssen zur Bestätigung genau die TAN eingeben, die Ihre Bank Ihnen vorgibt. Dieses Verfahren darf von den Banken wegen der EU-Richtlinie PSD2 seit 14.09.2019 nicht mehr angeboten werden. Der Grund ist die geringere Sicherheit im Vergleich zu den folgenden Transaktions-Bestätigungsverfahren, die einen zweiten Übertragungsweg nutzen.

mTAN

mTAN steht für mobile TAN und ist sicherer als das TAN- und iTAN-Verfahren. Bei diesem Verfahren bekommen Sie keine TAN-Liste mehr zugesendet, sondern erhalten für jede Transaktion eine eigens generierte TAN direkt auf Ihr Handy bzw. Smartphone. Dieser Service ist bei den meisten Banken gebührenfrei. Einige Kreditinstitute berechnen für das Versenden einer mTAN aber auch bis zu 15 Cent pro SMS.

pushTAN

Ähnlich ist das Push TAN Verfahren, bei dem Sie die TAN in der jeweligen pushTAN-App der Bank angezeigt bekommen. Vorher müssen Sie sich jeweils in der App anmelden und kurz die Auftragsdaten abgleichen. Sicherheit bieten der Passwortschutz und kryptografische Schlüssel. Wichtig ist, dass Sie zwei getrennte Geräte benutzen, da sonst Betrüger nur ein Gerät hacken müssten. Geben Sie daher zum Beispiel die Überweisung per Notebook oder Tablet ein und erhalten Sie die TAN in der App auf Ihrem Smartphone.

eTAN, sm@rt-TAN, chipTAN

Hier erhalten Sie von der Bank einen TAN-Generator zugeschickt. In diesen Generator müssen Sie zunächst Ihre Girocard stecken oder einen Startcode eingeben. Anschließend geben Sie je nach Verfahren einen Kontrollcode ein oder scannen ein blinkendes Feld auf Ihrem Bildschirm. Bei allen Verfahren wird aber am Ende die TAN auf dem Gerät generieret und angezeigt. ChipTAN, eTAN oder smart-TAN Verfahren gehören zu den sichersten Transaktionsverfahren, da die Transaktionsnummer direkt bei Ihnen zuhause generiert wird und weder über das Internet, noch über das Mobilfunknetz versendet werden muss. Angreifer haben hier keine Möglichkeit, die TAN auszuspähen.

photoTAN

Beim Photo-TAN bzw. QR-TAN Verfahren werden Ihnen die Transaktionsdaten verschlüsselt als mehrfarbige Mosaikgrafik (bei einigen Geldinstituten auch schwarz-weiß) auf dem Bildschirm angezeigt. Dieser Code kann mit der entsprechenden Smartphone-App oder einem zusätzlichen Lesegerät, das Sie von Ihrer Bank erhalten, eingelesen und entschlüsselt werden. Nachdem Sie die Transaktionsdaten kontrolliert haben, wird eine TAN generiert. Für dieses Verfahren muss Ihr Smartphone aktiviert werden, so dass Buchungsaufträge nur darüber möglich sind.

HBCI

HBCI ist die Abkürzung für "Homebanking Computer Interface". Es ist ein Sicherheitsverfahren für Bankgeschäfte, die im Internet getätigt werden. Das HBCI-Verfahren wurde von vielen deutschen Bankengruppen gemeinsam entwickelt und 1998 von der Deutschen Kreditwirtschaft beschlossen und eingeführt. In den folgenden Jahren wurde HBCI weiter verbessert. 2002 erfolgte die Umbenennung in FinTS (Financial Transaction Services).

Um HBCI nutzen zu können, muss Ihr Konto zunächst für das Online-Banking freigeschaltet sein. Zusätzlich benötigen Sie eine HBCI-Chipkarte, einen Kartenleser und eine Banking-Software. Zur Ausführung einer Überweisung starten Sie zunächst die Finanzsoftware und melden sich an. Anschließend geben Sie die Auftragsdaten in das Formular ein. Nun schließen Sie den Kartenleser an den Computer und schieben die Chipkarte ein. Nach Eingabe der Geheimzahl wird die Überweisung verschlüsselt an Ihr Kreditinstitut gesendet und dabei auch die elektronische Signatur abgeglichen. HBCI gilt deshalb als sehr sicheres Verfahren. Daneben gibt es auch noch das HBCI + Verfahren, bei dem kein Kartenleser benötigt wird. Die Autorisierung einer Transaktion erfolgt hierbei per TAN.

Was ist der Zahlungsverkehr?

Der Zahlungsverkehr beschreibt alle Zahlungen, die zwischen zwei Wirtschaftssubjekten, z.B. Privatpersonen, Unternehmen oder öffentliche Haushalte, übertragen werden. Der Zahlungsverkehr kann auf verschiedene Arten unterteilt werden. Nach der Zahlungsart gibt es drei Formen:

Weiterhin wird der Zahlungsverkehr unterschieden nach...

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